Preisfilter, Sort by Price (Foto: Frischer Filterkaffee wird aufgebrüht)

Customer Centricity

Sort by Price: Was Sie über Preisfilter wissen müssen

Kurzfassung: Preisfilter steigern die Benutzerfreundlichkeit in Shops erheblich. Lassen Sie Nutzer nach preislich aufsteigenden und absteigenden Produkten suchen sowie eine Preisspanne festlegen. Wählen Sie für alle Filter stets leicht verständliche Labels. Verzichten Sie auf Preisfilter, wenn Ihre Kunden die Jagd nach interessanten Produkten gegenüber Effizienz bevorzugen und wenn Sie mehr Exklusivität wahren möchten.

Wenn über die Vorzüge des Internets gesprochen wird, dann wird auch oft der Begriff „Sort by Price“ genannt. Meist mit einer etwas despektierlichen Konnotation, weil Preisfilter in der Regel angewandt werden, um die günstigsten Produkte zu ermitteln. Doch auch Premiummarken und Anbieter hochwertiger Güter profitieren von Preisfiltern, allerdings in unerwarteter Weise. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann Preisfilter Ihren Shop bereichern können und was Sie bei der Implementierung beachten sollten.

1. Highest to Lowest

Gerade weil bei Preisfiltern immer zunächst daran gedacht wird, die günstigsten Produkte in einem Shop oder einer Kategorie zu ermitteln, wird nicht selten vergessen, an die entgegengesetzte Variante zu denken: Highest to lowest.

Nach wie vor machen Kunden die Qualität eines Produktes zumindest grundlegend an ihrem Preis fest. Wenn Sie Ihren Kunden nicht erlauben, die teuersten Waren in Ihrem Katalog oder Segment zu ermitteln, nehmen Sie ihnen die Möglichkeit, die aus ihrer Sicht hochwertigsten Produkte zu finden und zu kaufen.

Hiervon profitieren insbesondere solche Anbieter, die nicht ausschließlich hochpreisige Produkte anbieten, sondern diese zur Erweiterung der Zielgruppe mit mittelpreisigen Produkten mischen. Gerade hier hilft eine Sortierung „Highest to Lowest“ dabei, schnell die Spreu vom Weizen zu trennen.

2. Einstiegsprodukte auffindbar machen

Luxusmarken tendieren immer stärker dazu, Einstiegsprodukte in ihr Sortiment aufzunehmen. Das sind meistens kleinere Artikel, die sich preiswert herstellen lassen und zu einem verhältnismäßig günstigen, wenngleich immer noch vergleichsweise hohen Preis verkauft werden.

Beispiele hierfür sind Schlüsselanhänger oder Baseball-Caps. Hierdurch wird einer breiteren Masse erlaubt, sich Produkte ihrer bevorzugten Marke zu kaufen, deren Sortiment sie sich eigentlich nicht leisten könnten. Ein Schlüsselanhänger z.B. von Prada für rund 150 Euro ist dann zwar immer noch teuer, aber dennoch für eine große Zielgruppe erschwinglich. Da er letztlich nicht mehr kostet als ein herkömmlicher WLAN-Router, aber im Gegensatz zum Router den Eindruck eines höheren Status erzeugen kann.

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Wenn Anbieter von Luxuswaren dann allerdings darauf verzichten, Preisfilter in ihrem Shop anzubieten, nehmen Sie der breiten Masse die Gelegenheit, gerade diese auf sie abgestimmten Artikel ausfindig zu machen.

3. Nach Preisspannen suchen

Wenn Sie Ihren Kunden erlauben, nach Preis zu sortieren, dann sollten Sie ihnen immer auch eine Möglichkeit bieten, eine Preisspanne festzulegen.

„Lowest to Highest“ und „Highest to Lowest“ sind nicht immer zielführend. Auf der Suche nach günstigen Produkten möchten Kunden oftmals trotzdem eine gewisse Preisschwelle nicht unterschreiten. Genauso wie Kunden, die auf der Suche nach besonders exklusiven Waren sind, manchmal kein Interesse an den teuersten Produkten zeigen.

Die Möglichkeit, einen ungefähren oder sogar genauen Preisbereich festzulegen, hilft dem Kunden, schneller diejenigen Produkte zu finden, die für ihn infrage kommen.

4. Verwaiste Kataloge

Insbesondere größere Anbieter wie Amazon leiden unter einem riesigen Katalog, der bisweilen etwas ungepflegt erscheint. Eine Sortierung nach Preis kann hier dazu führen, dass auf den ersten Seiten vor allem solche Artikel angezeigt werden, die gar nicht mehr verfügbar sind, weit über dem marktüblichen Preis liegen oder den Kunden schlichtweg nicht interessieren.

Pflegen Sie deshalb Ihr Sortiment und sortieren Sie regelmäßig all solche Einträge aus, die falsch oder nicht mehr angemessen sind. Das gilt vor allem, wenn Sie Dritt- oder Gebrauchtanbietern die Möglichkeit geben, über Ihre Plattform Waren zu verkaufen.

5. Preisfilter und User Experience

Filter werden nur verwendet, wenn sie einfach zu bedienen und leicht verständlich sind. Verzichten Sie deshalb im Zweifel auf künstlerische Implementierungen, sondern wählen Sie aus gewohnten Elementen wie Auswahllisten. Kunden konnten hiermit bereits viel Erfahrung sammeln und gelangen so schneller zu den gewünschten Ergebnissen.

Legen Sie gerade bei Preisfiltern einen gesteigerten Wert auf gute Lesbarkeit und Verständlichkeit. Labels wie „Preis aufst.“ und „Preis abst.“ oder „Preis ↑“ und „Preis ↓“ sind nicht auf den ersten Blick verständlich. Sie müssen erst kognitiv übersetzt werden.

Je kürzer die Beschreibung ausfällt, desto aufwendiger ist in der Regel die kognitive Leistung, die vom Nutzer zu erbringen ist. Das gipfelt in Labels wie „H → N“ und „N → H“ und ähnliche Beschriftungen. Selten ist der digitale Platz derart begrenzt, dass eine derartige Verkürzung notwendig wäre.

Besser sind Labels wie „Teuerste zuerst“ und „Günstigste zuerst“. Hierbei wird unmissverständlich klar, welche Produkte zunächst angezeigt werden. Auch Varianten wie „Hoher Preis zuerst“ oder „Niedriger Preis zuerst“ sind für Nutzer leicht verständlich.

6. Wann Sie auf Preisfilter verzichten sollten

Nicht jeder Shop bietet Preisfilter an – manchmal geschieht das aus guten Gründen, immer öfter jedoch aus Fahrlässigkeit. Dennoch ist es in Einzelfällen ratsam, auf derartige Funktionen zu verzichten.

Das hängt eng mit der Frage zusammen, inwiefern die oben erwähnten Einstiegsprodukte eine sinnvolle Ergänzung für eine Marke darstellen. Der Wunsch, zu wachsen, führt oft dazu, dass die Zielgruppe erweitert und dadurch die Marke aus Sicht der eigentlichen Kunden entwertet wird.

Je höherwertig die Marke aufgestellt ist, desto exklusiver ist sie. Ihre Kunden kaufen nicht bloß eine hochwertige Qualität, sondern gleichzeitig eine gewisse Exklusivität. Und je offener die Tore sind, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass bestehende Kunden sich von der Marke distanzieren. Wenn zu viele Menschen ein T-Shirt mit Balenciaga-Aufdruck tragen, wird die Marke von der eigentlichen Käuferschicht irgendwann ignoriert werden.

Unter Preisfiltern kann aber auch die Jagd nach etwas Besonderem leiden. Exklusivität ergibt sich nicht nur aus hohen Preisen, sondern kann auch daraus entstehen, dass Dinge schwierig zu finden oder aufzutreiben sind. Je mehr Filter Sie Ihren Kunden bieten, desto weniger Spannung bietet das Sortiment.

Hierbei sollte allerdings unbedingt darauf geachtet werden, dass nur bestimmte Zielgruppen einen gesteigerten Wert auf eine solche Entdeckungsreisen legen, während sich die Masse beim Einkaufen durch fehlende Filteroptionen eingeschränkt fühlt.

Nicht in die Erwägung mit einfließen sollten jedenfalls Fragestellungen, ob Kunden sich mit Preisfiltern noch lange genug im Shop aufhalten bzw. ob sie ohne Preisfilter nicht im Zweifel zu höheren Produkten greifen. Denn hierbei würden die Interessen des Anbieters weit über die Interessen der Kunden gestellt werden – mit unabsehbaren Folgen für die langfristigen Kundenbeziehungen.

Im Zweifel sollte die Entscheidung deshalb immer für Preisfilter getroffen werden. Sie erhöhen die Benutzerfreundlichkeit des Shops in großem Maße und machen es Nutzern einfacher, die gewünschten Produkte in einem überschaubaren Zeitrahmen zu finden. Auch wenn die Exklusivität mitunter darunter leiden kann.

Alexander Hetzel

Alexander Hetzel ist Geschäftsführer von Gladspring Strategies und schreibt im Customer Centricity Magazine über die Kunst der Kundenzentrierung für Premiummarken.